Liebe Taucherinnen und Taucher des STH,
Liebe Leserinnen und Leser der STH Web Site,
in der Tauchsaison 2006 sorgten bundesweit einige teils schwere Tauchunfälle dafür, dass der Vorstand des HTSV und VDST einzelne Bereiche der Ausbildung neu konzipierte. Oft waren diese Tauchunfälle eine tragische Verkettung mehrerer Ursachen, aber IMMER spielte dabei eine falsche Konfiguration der Ausrüstung eine entscheidende Rolle.
An dieser Stelle möchte ich auf den vom HTSV eingeführten Workshop KALTWASSERAUSRÜSTUNG hinweisen. Termine sind im "Sporttaucher" oder auf der HTSV Web Site (www.htsv.de) zu finden.
Die wichtigsten Punkte zum Thema Tauchausrüstung für's Kaltwassertauchen sind:
Immer Tauchgeräte mit zwei getrennt absperrbaren und gut bedienbaren Ventilen benutzen. Daran zwei getrennte Atemregler bestehend aus erster und zweiter Stufe anschließen.
Warum? Bei Vereisung kann ein Ventil geschlossen werden.
Keine alten kolbengesteuerten Atemregler im Kaltwasser benutzen.
Warum? Die Vereisungsgefahr ist hier besonders hoch. Membrangesteuerte Atemregler sind konstruktionsbedingt besser für Kaltwasser geeignet, da der Bereich der Druckentspannung (und hier entsteht Kälte von bis zu – 40 Grad C) nicht mit Wasser in Berührung kommt.
Atemregler jährlich zur Wartung bzw. Prüfintervalle beachten.
Warum? Besonders Eingangsfilter (Sinterfilter) in der ersten Stufe sind oft überaltert und behindern den Luftstrom.
Keine ersten und zweiten Stufen unterschiedlicher Hersteller oder Bauart an einem Atemregler mischen.
Warum? Manche zweiten Stufen arbeiten mit einem Mitteldruck von nur 4 Bar; andere mit über 12 Bar; eine Vermischung führt zwangsweise zu erhöhten Einatemwiederständen oder umgekehrt zum Abblasen der zweiten Stufe. Fachkundige (Ausbilder, Händler, Gerätewarte…), die solche Geräte zusammenschrauben, haben die volle Produkthaftung.
Vorsicht beim Einsatz von Winkelstücken im Mitteldruckbereich (zweite Stufe, Inflator), Querschnitt darf nicht verengt sein.
Warum? ein verengter Querschnitt führt hier zum Druckabfall und zu erhöhten Einatemwiderständen.
Vorsicht bei Reserveschaltungen: Diese müssen jährlich geprüft und gewartet werden.
Warum? Fehlfunktionen führen zum Teil dazu, dass z.B. bei Doppelgeräten eine Flasche nicht gefüllt wird, und dies beim Ausrüstungscheck nicht erkannt wird, da der Finimeter den Druck der gefüllten Flasche anzeigt.
Sorgfalt beim Füllen von Tauchflaschen - die Kompressoren müssen Atemgas mit einer Restfeuchte von 25 mg/m3 liefern (nach EN 12021).
Warum? Erhöhter Wassergehalt im Tauchgerät führt neben Rostansatz zu verstärkter Vereisungsgefahr.
Beim Kauf eines neuen Atemreglers auf die Prüfung nach EN 250 mit dem Zusatz Kaltwasserregler achten.
Quelle: Mit dank an Frank Ostheimer.
HTSV Ausbildungsleiter.
Erschienen im Seminarheft 2007
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