Tag 3 stand im Zeichen des Wracktauchens: Die USS Emmons, ein amerikanisches Kriegsschiff, wurde am 6. April 1945 von den Japanern angegriffen und beschädigt, woraufhin es die Amerikaner selbst versenkt haben. Das Schiff liegt heute in 35 bis 45 m Tiefe auf der Steuerbordseite. Es war beeindruckend! Hier erreichten wir auch unsere größte Tauchtiefe von gut 40 m. Dies ging nicht ganz ohne Deko ab, aber wir meisterten dies alle ohne Probleme. Auch die zur Sicherheit auf 5 m hängende Reserveluft für den Sicherheitsstopp wurde nicht wirklich benötigt.
Der nächste Tauchtag führte uns auch wieder per Boot diesmal in den äußersten Westen nach Motobu. Diesmal war die Fahrt ausnehmend feucht, da es nicht nur regnete, sondern auch die Gischt ins Boot schoss. Unter Wasser (wir waren ja schon nass) konnten wir unseren ersten Hai, einen Weißspitzenriffhai, bewundern, der gemütlich unter einem Korallenblock lag und sich in Ruhe fotografieren ließ. Der zweite Tauchgang bei Motobu war begleitet von vier Seeschlangen und einem großen Steinfisch, der sich allerdings nicht so gern fotografieren ließ. Am dritten Tauchgang des Tages sahen wir die ersten weißen Anemonenfische (insgesamt bekamen wir ca. 7 verschieden gezeichnete Anemonenfische zusehen).
Nun stand wieder Tauchen vom Strand aus an: zunächst etwas ungewöhnlich sich auf einer Strandpromenade anzurödeln, aber für Okinawa absolut üblich- es waren reichlich Japaner da.
Und zur Abwechslung wieder aufs Boot. Leider wegen des Seegangs noch nicht zu den Kerama Islands, 2 Meter Wellen wollte man uns nicht zumuten. Dafür ging es zunächst im weiteren Umfeld von Naha zum Hamagawa Reef, das bisher kaum betaucht wurde. Verschiedenste Hart- und Weichkorallen und die unterschiedlichsten Anemonenarten lieferten ein buntes Bild zum Bestaunen. Manche sahen aus wie perlenbesetzte Pilze und auch die Weihnachtsbaumwürmer waren hier in allen Farben zu finden. Am Ginowan Reef hatten wir die Wahl, das Wrack eines Werkstattschiffs mit Kran (weniger tief dafür längerer Tauchgang) oder ein Frachtschiff (tiefer dafür kürzerer Tauchgang) zu besichtigen. Die Gruppenaufteilung war schnell gefunden, sodass jeder auf seine Kosten kam.
Am letzten Tauchgang des Tages fanden wir wieder eine Kauri-Schnecke, die mit ihrem schwarzen „Kleid“ aussieht wie eine Schmuckschatulle. Des weiteren waren Muränen, Seeschlangen, Steinfische, Nemos und alle Arten von Schnecken, nur um bekanntere Arten zu erwähnen, unsere ständigen Begleiter. Seltener waren Kugelfische und Napoleons (klein) zu bestaunen.
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